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Amalgamausleitung - Amalgamforschung


Bei dieser Site handelt es sich um eine Zusammenfassung und Kommentierung des Artikels «Zur Risikobewertung des zahnärztlichen Füllungswerkstoffes Amalgam» von Dr. Rainer Harhammer aus dem Bundesgesundheitsblatt 2001, Band 44, Seite 149-154. Wenn Sie wissen möchten, wie ich bei der Amalgamausleitung vorgehe, lesen Sie doch direkt hier: Amalgamausleitung

«Im Rahmen der zu Amalgam geführten Diskussion werden dem Füllungsmaterial eine beachtliche Zahl der unterschiedlichsten Nebenwirkungen zugeschrieben. Dies sind sensorische, motorische, neurovegetative, kardiale oder gastrointestinale Störungen, Schmerzen und Entzündungen in verschiedenen Körperregionen, immunologische Dysfunktionen, diverse intraorale Missempfindungen, Galvanismus, Haarausfall, Schlafstörungen, Angst, Depressionen, Nervosität, bösartige Tumoren, M. Parkinson, M. Alzheimer u.a.»

Dieses Zitat stammt aus einem Artikel im Bundesgesundheitsblatt, der viele bis dahin durchgeführte Untersuchungen zum Thema Amalgam zusammenfasste. Ich fasse hier erneut zusammen und stelle die wichtigsten Passagen vor, die ich auch gleich kommentiere.

Herr Dr. Harhammer beginnt zunächst neutral:

«Wohl kaum ein anderes zahnärztliches Medizinprodukt oder Arzneimittel wurde und wird in der Öffentlichkeit so kontrovers und anhaltend diskutiert wie das Füllungsmaterial Amalgam. Im Ergebnis dieser Diskussion wurde im Jahr 1997 vom Bundesgesundheitsministerium für Gesundheit, dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, der Bundeszahnärztekammer, der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung, der Deutschen Gesellschaft für Zahn- Mund und Kieferheilkunde und der Deutschen Gesellschaft für Zahnerhaltung ein Konsenspapier zu Restaurationsmaterialien in der Zahnheilkunde veröffentlicht. In diesem Konsenspapier werden neben der Gegenanzeige "nachgewiesene Allergie" und der relativen Kontraindikation "schwere Nierenfunktionsstörung" weitere Empfehlungen bezüglich der Anwendung von Amalgam gegeben: bei Schwangeren sollten möglichst keine Amalgamfüllungen gelegt oder entfernt werden, bei Kindern aus Gründen des vorbeugenden Gesundheitsschutzes sorgfältig geprüft werden, ob eine Amalgamtherapie notwendig ist. Explizit wird auf die Verantwortlichkeit des Zahnarztes für die Auswahl des jeweiligen Füllungsmaterials hingewiesen.»

Bald danach schreibt Herr Dr. Harhammer aber:

«Es ist heute unstrittig, dass auch aus ausgehärteten Amalgamfüllungen kontinuierlich Quecksilber freigesetzt wird.»

Und:

«In einer weiteren Studie von Drasch und Mitarbeiter wurde ein Zusammenhang zwischen der Quecksilbergewebekonzentration bei autopsierten Feten bzw. Kindern und der Anzahl der mütterlichen Amalgamfüllungen beschrieben. Auch zeigen tierexperimentelle Daten, dass metallisches Quecksilber die Plazentabarriere überwinden und in fetale Organe gelangen kann.»

Nun deuten also schon mehrere Punkte darauf hin, dass Amalgam nicht ungefährlich sei. Doch die schulmedizinische Vorstellung von «die Dosis macht das Gift» gewinnt die Überhand:

«Ob das aus Amalgamfüllungen freigesetzte Quecksilber toxikologisch relevante Auswirkung auf den menschlichen Organismus hat hängt von der Menge ab, die pro Zeiteinheit aufgenommen wird. Die Bestimmung dieser Menge war und ist Gegenstand einer Reihe von Untersuchungen mit zum Teil sehr unterschiedlichen Ergebnissen. Dies findet in der von der WHO 1991 veröffentlichten Abschätzung der täglichen Quecksilberbelastung aus Amalgamfüllungen seinen Ausdruck, in der Werte von 3,8 bis 21 Mikrogramm angegeben werden.»

Im Anschluss beschreibt Dr. Harhammer etliche Untersuchungen zur Quecksilberfreisetzung bzw. -aufnahme. Darüber hinaus zitiert er Schwellenwerte, die keinen oder nur einen sehr geringen Effekt im Körper bewirken. Unter anderem wird hier ein Tierversuch vorgestellt, in dem bei Ratten und Mäusen das Immunsystem durch Quecksilber beeinflusste wurde. Dennoch bewertet er diese Untersuchung sehr vorsichtig:

«Die Übertragbarkeit dieser Befunde auf die Ätiologie menschlicher Autoimmunerkrankungen ist jedoch bei dem derzeitigen Kenntnisstand aus mehreren Gründen äußerst problematisch. Es fehlen Erkenntnisse über Faktoren der genetischen Empfindlichkeit beim Menschen, über die komplizierte Toxikokinetik kleiner Dosen von Metallionen, deren Oxydationsstatus und Proteinreaktivität sowie die jeweilige Stabilität von entstehenden Metallprotein Komplexen.»

Laboruntersuchungen (z.T. an Mäusen, Ratten und Schafen) können also anscheinend keine exakten Aussagen über Auswirkungen am Menschen bieten. Deshalb beschreibt Herr Dr. Harhammer eine Reihe interessanter Untersuchungen, unter anderem folgende:

«Bratel und Mitarbeiter verglichen Patienten mit selbstvermuteter Amalgamkrankheit und eine entsprechend geeignete Kontrollgruppe hinsichtlich der Quecksilberkonzentration in Blut, Urin und Haaren, fragten nach verschiedenen medizinischen Symptomen und führten stomatognatische, psychiatrische und biochemische Tests durch. Die in der Studie erzielten Ergebnisse sprechen gegen Quecksilber als Ursache der selbstvermuteten Amalgamkrankheit.»

«In einer Studie an über 1200 schwedischen Frauen zeigten sich gleichfalls keine Korrelationen zwischen Serum-Quecksilberkonzentration / Anzahl von Amalgamfüllungen und den mehr als 30 berichteten Symptomen bzw. Krankheiten wie Diabetes, Myokardinfarkt, Schlaganfall oder Krebserkrankungen.»

«Sandborgh-Englund und Mitarbeiter untersuchten bei Patienten mit selbsvermuteter Amalgamkrankheit die Auswirkungen einer 14-tägigen oralen Applikation von 2.3-Dimercaptosuccinylsäure (DMSA), einem Komplexbildner für Quecksilber, oder eines Placebopräparates. Vor und zu verschiedenen Zeitpunkten nach der Applikationsphase wurden als Parameter die renale Quecksilberexkretion und die Quecksilberkonzentration in Blut und Plasma gemessen sowie die subjektiven Symptome der Patienten erfasst. Wie erwartet führte die Gabe des Komplexbildners zu einem Anstieg der Quecksilberexkretion und zu einem Absinken des Blutspiegels. 90 Tage nach Applikationsbeginn kehrten die Werte auf ihr ursprüngliches Niveau zurück.»

Herr Dr. Harhammer beschließt seinen Artikel mit der bereits im oben erwähnten Konsenspapier enthaltenen Stellungnahme, bei Schwangeren und Patienten mit Nierenfunktionsstörungen sollten möglichst keine Amalgamfüllungen gelegt oder entfernt werden, bei Kindern aus Gründen des vorbeugenden Gesundheitsschutzes sorgfältig geprüft werden, ob eine Amalgamtherapie notwendig ist. Und:

«Nach gegenwärtigem Stand wissenschaftlicher Erkenntnis besteht kein begründeter Verdacht dafür, dass ordnungsgemäß gelegte Amalgamfüllungen negative Auswirkungen auf die Gesundheit zahnärztlicher Patienten haben.»

Kommentar:

Blut, Urin, Haare und Serum (ein Blutbestandteil) sind die falsche Körperflüssigkeit bzw. Gewebe, um eine chronische Quecksilberbelastung zu messen. Denn Quecksilber wird in fettigen Geweben eingelagert, d.h. Fettgewebe und Gehirn. Gerade im Gehirn kann es dabei negative Auswirkungen haben. Aus diesen Geweben wird Quecksilber nur langsam wieder freigesetzt. Eine Art, Quecksilber im Körper sichtbar zu machen sind Zahn-Panorama-Aufnahmen, d.h. Röntgenbilder, die den gesamten Kiefer zeigen. Hierbei kann man bei vielen Patienten sogenannte Quecksilberspiegel im Knochen finden. Dabei handelt es sich um Einlagerungen, die sich durch eine hohe Röntgendichte (d.h. sie sind weiß) und einen glatte Oberkante (wie Wasser in einem ruhigen See) auszeichnen. Bei schweren Quecksilberbelastungen kann man manchmal ähnliche Zeichen auch in Röntgenaufnahmen des Schädels sehen.

Momente, in denen sich viel Quecksilber im Blut bewegt und dann auch in den Haaren eingelagert wird, sind eine akute Quecksilberaufnahme und Abbau von Fettgewebe beim Abnehmen, da in diesem Moment das im Fett eingelagerte Quecksilber frei wird.

Gaben von Komplexbildnern (also DMSA, DMPS, Dimaval, Unithiol; ein Synonym ist der Begriff "Chelatbildner" bzw "Chelat") senken dahingegen den Blutwert von Quecksilber. Diese Komplexbildner "fangen" Quecksilber im Blut und lösen es aus dem Gewebe. Anschließend wird der Quecksilber-Komplex über den Darm bzw. die Niere ausgeschieden. Natürlich kommt es also im Rahmen von Komplexbildner-Gaben zu einem Anstieg der Ausscheidung und einem Sinken des Blutwertes von Quecksilber. In der oben zitierten Beschreibung der Auswirkung von Komplexbildnern sehen wir also nur, dass diese Komplexbildner gewirkt haben. Die Tatsache, dass die Blutwerte der Patienten später wieder angestiegen sind bedeutet für mich, dass sich im Fettgewebe und Gehirn weiterhin Quecksilber befand, das dann langsam in das Blut überging. Da im Körper ständig Fett ab- und aufgebaut wird kommt es zu einer Freisetzung von Quecksilber aus dem abgebauten Gewebe, woraufhin der Blutwert ansteigt. Nach 90 Tagen ergibt sich also wieder der alte Blutwert, wobei bei jeder Gabe eines Komplexbildners die Gesamtmenge von Quecksilber im Fett und Gehirn verringert wird. Meiner Meinung nach hätte in der zitierten Untersuchung die Gabe von Komplexbildnern deutlich länger erfolgen müssen, um die Menge im Fett und Gehirn so zu reduzieren, dass die Blutwerte dauerhaft niedriger geblieben wären. Erst dann hätte auch eine Prüfung erfolgen dürfen, ob sich die Symptome der Patienten verbessert haben. Ich bewerte deshalb die zitierte Studie als untauglich zur Symptomüberprüfung, weil die Behandlung zu früh abgebrochen wurde.

Meine persönliche Erfahrung zeigt mir immer wieder, dass es bei einer ausreichend langen Behandlung mit Komplexbildnern zu einer subjektiven Verbesserung der Symptome kommt.

Ich biete Ausleitungsverfahren für Amalgan in Berlin mit DMPS, DMSA, Dimaval als Chelatbildner. ...Dimercapto-Verbindungen bilden Chelat... ...häufig falsch geschrieben als DNPS, DPMS und DSMA...